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Einfluss früher Erfahrungen auf physikalische Kognition von Hunden

Corsin Müller, Stefanie Riemer, Zsófia Virányi, Ludwig Huber, Friederike Range

In einer Reihe von Studien haben Hunde bei Aufgabenstellungen im sozialen Bereich (v.a. in Interaktionen mit Menschen) sehr gut abgeschnitten. Hingegen ist ihr Verständnis kausaler Zusammenhänge offenbar weniger gut ausgeprägt. Im Vergleich sind Menschenaffen bei physikalischen Aufgaben deutlich erfolgreicher, sie sind den Hunden aber bei Tests zum Verständnis sozialer Vorgänge unterlegen. Dieser Gegensatz wird oft durch den speziellen Selektionsdruck erklärt, dem Hunde im Laufe der Domestikation ausgesetzt waren: Selektion auf die Fähigkeit, mit Menschen zu kooperieren und deren kommunikative Signale zu deuten.

Die kognitiven Fähigkeiten eines Individuums sind jedoch nicht nur von evolutionären Prozessen beeinflusst, sondern auch von Erfahrungen, die das Tier im Laufe des Lebens gesammelt hat. Wir untersuchen den Einfluss früher Erfahrungen auf die Fähigkeit von Hunden, physikalische Problemstellungen zu bewältigen. Dazu bieten wir einer Gruppe von Hundewelpen eine Reihe von Spielzeugen an, die ihnen die Möglichkeit geben, etwas über physikalische Regeln zu lernen. Wenn diese Hunde erwachsen sind, konfrontieren wir sie mit einer Reihe von klassischen Problemlösungsaufgaben, um zu testen, ob sie im Vergleich mit einer Kontrollgruppe verbesserte kognitive Fähigkeiten im physikalischen Bereich entwickelt haben.

 


Kognitive Entwicklung und Alterungsprozesse beim Hund

Lisa Wallis, Friederike Range, Zsófia Virányi

In diesem Projekt untersuchen wir die Entwicklung und das Altern von verschiedenen physischen und sozio-kognitiven Fähigkeiten in 5 Altersgruppen von Hunden, die als Haustiere in gewöhnlichen westeuropäischen Haushalten gehalten werden.

Vorläufige Ergebnisse von Haushunden, die in ihrer natürlichen Umgebung getestet wurden, ergaben einige Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Dennoch ist sehr wenig darüber bekannt, wann Hunde kognitiv herangereift sind und wann später die Abnahme ihrer kognitiven Fähigkeiten beginnt, wenn sie noch älter werden. Wir haben zwei Ansätze entwickelt, die zusammen ein vollständigeres Bild der kognitiven Entwicklung des Hundes offenbaren sollen. Da verschiedene kognitive Fähigkeiten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln, ist eine Testbatterie notwendig, um diese Entwicklung vollauf zu erforschen.

Wir hoffen, ein Modell für die altersbedingten Veränderungen der 5 wichtigsten Domänen der Hundekognition erschaffen zu können: individuelles Lernen und logisches Denken; Lernen, Gedächtnis und Trainierbarkeit; physikalische Kognition; soziale Aufmerksamkeit; und soziale Kognition.